Wie wird Rotwein hergestellt?

Rotwein zum Essen oder zum Ausspannen, der rote Traubensaft ist für viele ein beliebter Begleiter. Kein Wunder bei der Vielfalt und Facettenreichtum. Allein die verschiedenen Rebsorten sorgen für unterschiedliche Geschmackswelten, ob Beaujolais, Cabernet Sauvignon oder Merlot, Rotwein ist zu jeder Jahreszeit in Deutschland beliebt. Doch wie wird Rotwein eigentlich hergestellt? Welche unterschiedlichen Verfahren der Herstellung gibt es?

Die klassische Rotweinherstellung

Die wichtigsten Schritte bei der Rotweinherstellung sind das Entrappen, Maischen, das Keltern (auch Pressen genannt), die Gärung sowie gegebenenfalls die Schönung. Beim Entrappen werden die Trauben zuerst entrappt, also von den Stielen und Kämmen befreit. Durch leichtes Quetschen entsteht ein Traubenmost, die so genannte Maische. Diese Maische beginnt dann im Holzgärbottich, Edelstahl- oder Betontank zu gären. Nun folgt die Gärung, bei der Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. Manche Winzer ziehen hier die natürliche Gärung der Traubenbeeren durch die im Keller vorhandenen Naturhefen vor, andere hingegen ziehen die Hinzugabe von Zuchthefen vor. Ideale Gärtemperatur ist circa 25 °C. Beim Gärungsprozess steigen die festen Bestandteile wie Beerenschalen, Fruchtfleisch und Kerne nach oben und bildet den so genannten Tresterhut. Die in Schalen, Fruchtfleisch und Kernen enthaltenen Farbstoffe, Pigmente und Tannine verleihen dem Wein jedoch Farbe und Geschmack, und so wird der Traubenmoste ständig mit dem Trester vermischt. Die Gärung dauert je nach Weintyp bis zu zwei Wochen. Schließlich wird der Wein vom Trester getrennt und umgefüllt. Die Trennung wird auch Abstich genannt. Einer der wichtigsten Schritte bei der Rotweinherstellung ist die Reifung. Der Wein lagert unterschiedlich lang in Holzfässern, Stahl- oder Betontanks oder in Barriques. Dieser Prozess kann bei edlen Weinen zwei Jahre oder auch deutlich mehr betragen.

Kohlensäuremaischung

Neben der klassischen Herstellung von Rotwein gibt es auch die Kohlensäuremaischung, die sogenannte Macération Carbonique. Sie wird besonders im Beaujolais praktiziert. Bei dieser Maischung werden die Trauben weder entrappt noch gepresst, sondern die Beeren kommen ohne Hefezugabe in einen luftleeren Gärtank. Durch das Eigengewicht platzen die Beeren und gären, wobei Kohlensäure entsteht. Bei dieser Herstellungsart entstehen junge und fruchtige Weine. Ob jung oder klassisch, in der festlichen Winterzeit ist Rotwein oft wichtiger Bestandteil des gemütlichen Beisammenseins. Freuen Sie sich auf gesellige Stunden im Kreise der Familie und mit Freunden. Prost!