Zweitwein aus Bordaux

Fast alle klassifizierten Châteaux der Bordeaux Weinberge bieten Zweitweine an. Diese Weine ermöglichen, den Geist der großen Bordeaux Weine zu probieren, ohne dafür gleich ein Vermögen zahlen zu müssen. Doch was hat es wirklich mit diesen Zweitweinen auf sich. Wie wertvoll sind diese und warum?

Zweitwein, was bedeutet diese Bezeichnung bezüglich Bordeaux Wein?

Zweitwein oder Zweitetikett


Im 19.Jahrhundert wird die Bezeichnung bzw. das Etikett Zweitwein  ins Leben gerufen, besonders vom Château Margaux im Bordeaux.  En Zweitwein ist im Bordelais eine gängige Art, Wein zu verkaufen und zu etikettieren, der für den Grand Vin, Spitzenwein des Weingutes qualitativ nicht ganz ausreichend scheint. In der Tat ist das Etikett Zweitwein aber erst seit etwa 30 Jahren gekäufig. Seit Januar 1993 darf der Zweitwein ebenfalls den Namenszusatz Château oder Domaine führen. 

Der französische Önologe Emile Peynaud, der viele Châteaux in Bordeaux beriet, hatte die Idee der Zweitweine. Es hat sich zu einem Konzept entwickelt, das heute seinen festen Marktanteil hat und nicht mehr wegzudenken ist. Sinn und Ziel war es für den Grand Vin,  Spitzenwein oder Erstwein des Weinguts, nur Trauben alter Rebstöcke und der besten Parzellen zu verwenden. Jüngere Reben und Trauben aus weniger exzellentem Terroir,  erzeugen Zweitweine, die zu einem Bruchteil des Preises des Spitzenweins auf den Markt kommen, so kann man von einem renommierten Weingut einen günstigen Wein kaufen. Fast jedes klas­si­fi­zierte Château in Bordeaux erzeugt heute einen Zweit­wein. 

Speziell in sehr guten Jahrgängen bietet der Zweitwein oft ein wesentlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, als ein Grand Vin. Andererseits  ist es möglich, das bei sehr schwierigen Jahren, die gesamte Ernte als Zweitwein herausgebraucht wird, weil die Qualitätsansprüche des Erstweines nicht erfüllt werden. Zweitwein, auch  Zweitetikett bezeichnet, heißt aber nicht, dass es sich um ein zweites Gut eines Erzeugers handelt, so ist Mouton Cadet ist kein Zweitwein von Mouton Rothschild.  Es ist ein Label der Familie Rothschild wird aber aus zugekauften Trauben hergestellt und ist ein einfacher Bordeaux Wein.  

Zweitweine erhalten die gleiche sorgfältige Weinbereitung und haben einen anderen eigenen Stil, Zweitweine sind für viele Châteaux ein eigenständiges Produkt geworden, aus bestimmten Weinbergen und spezieller Weinbereitung, Latour, Léoville-Las Cases, Lafite Rothschild und Palmer sind dafür ein Beispiel. Die Weingüter stellen nur in den besten Jahren den „Grand Vin“ her, damit dieser sich qualitativ von den Zweitweinen abhebt, denn diese werden jährlich produziert.

Hochwertige und berühmte Zweitweine im Bordelais sind: Carruades de Lafite vom Château Lafite, Le Petit Mouton des Château Mouton Rothschild, Les Forts de Latour -Château Latour oder Pavillon Rouge de Château Margaux vom Château Margaux,  Le Petit Cheval  vom Château Cheval Blanc, Bahans Haut Brion vom Château Haut Brion.

 Ein weiterer Hinweis: Nicht zu verwechseln sind auch die Bezeichnungen „Zweitwein“ und „Second Cru“, letztere entspricht der Klassifizierung von 1855.

LES HAUTS DE SMITH 2013 - Zweitwein vom CHATEAU SMITH HAUT LAFITTE

Zweitweine bei Namen genannt


Zweitweine erleben einen Aufschwung, das Interesse an Weine wie zum Beispiel Amiral de Beychevelle, Fiefs de Lagrange, Réserve de la Comtesse und viele andere wächst, da diese berühmten und renommierten Namen und Marken dank dieser Weine zugänglicher sind. Die  Gelegenheit, Geist und Qualität der Chateaux kennenzulernen, ohne den Preis eines so edlen Etikettes zu zahlen.  Für Weinliebhaber auch eine Möglichkeit,  sich in die Grand Crus Weine einzuführen.

Es ist nicht immer einfach ein Schnäppchen zu machen, denn oft täuschen Vermarktungs-Stragtegien den Verbraucher und werben und werten belanglose Weine auf.  Eine Weinprobe oder Weinverkostung oder ein Weinkenner dem man vertraut, ist da der bessere Ratgeber. 

Weinproben werden das Ergebnis eindeutig und sichtbar machen. Es gibt außergewöhnliche Bordeaux Weine zu erschwinglichen Preisen! Zu solchen Weinen gehören:

ZWEITWEIN VOM CHATEAU SMITH HAUT LAFITTE  - HAUTS DE SMITH 2013

Der 2013 Jahrgang dieses hochwertigen Cru Classé aus Graves begeistert mit Rundheit und Vollmundigkeit. runden Mund auf einmal. Er offenbart und entwickelt eine feine und vielschichtige Aromapalette mit einer schönen eleganten Länge. Es handelt sich um eine Trauben Assemblage von  55% Merlot und 45% Cabernet Sauvignon,  14 Monate langen Weinausbau im Fass. Der Rotwein hat ein Lagerpotential von noch gut 10 Jahren.

FRANK PHELAN 2012 - ZWEITWEIN VOM CHATEAU PHELAN SEGUR

Zweitwein vom berühmten Château Phelan Segur, der Jahrgang 2012 bietet den typischen Charakter seines Vorgängers. Komplex, tanninhaltig und rassig,  eine Flasche, die man mit Kennern und Feinschmeckern trinken sollte. Reichhaltig, der erste Eindruck im Mund ist weich und samtig, wo seidige Tannine verzaubern und diesen großartigen Genuss zu einem unwiderstehlichen Preis. Diesen  Rotwein ist bereits trinkreif, kann aber auch noch ein wenig älter werden.

ZWEITWEIN VOM CHATEAU GISCOURS - SIRENE DE GISCOURS 2011 

Dieser Margaux,  Mischung aus Trauben  junger Reben, bietet erhält die gleiche Aufmerksamkeit wie der Grand Vin des Hauses was Weinbereitung und Weinausbau betrifft. Das Weingut bringt seit Anfang der 1980er Jahre qualitativ hochwertige Weine hervor, körperreiche und kräftige Spitzenweine, mit großem Lagerpotential, deren Charakter sich von den Weinen aus dem nördlichen Teil der Appellation unterscheidet. Der Zweitwein von Château Giscours wird aus jüngeren Reben gemacht, stammt aber aus dem  gleichen Terroir und die gleichen Trauben wie sein Vorgänger. Der Jahrgang 2011 verführt mit seinen flexiblen Tanninen, seiner Struktur und Länge. Ein großartiger Zweitwein!

Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann bei Zweitweine herausragend sein und wirklich überraschen. Was für ein Genussrlebnis und nicht nur im Geschmack, wenn man einen fast Grand Cru trinkt und man diesen günstig gekauft hat.  Ein Zwweitwein eines Grand Cru iClassé zu kaufen lohnt immer im Geschmack und Preis und das weiß der Weinliebhaber, weshalb Zweitweine auch so beliebt sind.

Aber inzwischen geht sogar schon der Trend zum Drittwein.